Pilgerweg 2026 – Gemeinsam unterwegs durch Gelsenkirchen
Am Sonntag, 12. Juli, machten sich Pilger:innen aus den drei Gelsenkirchener Pfarreien wieder gemeinsam auf den Weg. Wie schon im vergangenen Jahr führte die Route durch alle drei Pfarreien. Diesmal stand die Frage im Mittelpunkt, wie christliches Handeln und Engagement in unserer Stadt ganz konkret gelebt wird.
Los ging es im Haus St. Rafael in Gelsenkirchen-Horst. Die vom Caritasverband betriebene Wohneinrichtung für Menschen mit Behinderung öffnete ihre Türen für uns. Der Hausleiter gab spannende Einblicke in die Arbeit vor Ort, und in der wunderschönen Kapelle starteten wir mit einem geistlichen Impuls in den Tag. Die Leitfrage begleitete uns auf unserem gesamten Weg: Wer oder was lässt mich ungefiltert zu einem besseren Menschen werden?
Die nächste Station war der Jugendtreff der Amigonianer. Auch hier lernten wir die vielfältige Arbeit kennen. Besonders in Erinnerung blieb die Aussage eines Mitarbeiters: „Gelsenkirchen war immer gut zu mir. Daher möchte ich etwas zurückgeben, damit andere das später auch sagen können.“ Und weiter: „Hier sind alle willkommen. Und wir leben vor, dass Nächstenliebe eine coole Sache ist.“
Auf dem Weg dorthin legten wir einen kurzen Zwischenstopp an St. Anna in Schalke ein. Die Kirche wird seit einigen Jahren vom Sozialwerk St. Georg für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt und ist derzeit außerdem Teil der Manifesta.
Weiter ging es zum Stadtteilladen Bismarck, dem Sozialpastoralen Zentrum von St. Augustinus. Nach knapp 13 Kilometern war die Pause bei Kaffee und Kuchen mehr als willkommen. Neben der Stärkung erfuhren wir auch hier viel über die Arbeit vor Ort. Das Angebot richtet sich konsequent nach den Bedürfnissen der Menschen im Stadtteil: Was gut angenommen wird, wächst weiter, anderes endet und macht Platz für neue Ideen. Besonders eindrücklich war der Satz über die Gründungsidee des Stadtteilladens: „Wir wollten investieren. Nicht in Kirchensteine, sondern in Menschenbeine.“
Mit vielen neuen Eindrücken machten wir uns auf die letzten Kilometer. Unterwegs ergab sich noch ein spontaner Besuch der Bleckkirche, und am Eiswagen vor dem Zoo gönnten sich einige eine kleine Erfrischung für den Endspurt.
Nach rund 18,5 Kilometern erreichten wir schließlich das Kinder- und Jugendhaus St. Elisabeth in Erle. Auch dort bekamen wir einen Einblick in die wertvolle Arbeit der Einrichtung. „Wir geben den Kindern ein Zuhause – und das seit über 120 Jahren. Außerdem unterstützen wir sie dabei, Orientierung im Leben zu finden – auch in Glaubens- und Sinnfragen.“
Den Abschluss bildete die gemeinsame Eucharistiefeier im Kinder- und Jugendhaus. Anschließend ließen wir den Tag bei einer Suppe und kühlen Getränken in geselliger Runde ausklingen.
Wir sind mit vielen Begegnungen, Geschichten und Eindrücken nach Hause gegangen. Deutlich geworden ist: In Gelsenkirchen gibt es viel christliches und katholisches Engagement. Viele Menschen leben ihren Glauben Tag für Tag ganz praktisch – indem sie zuhören, begleiten, unterstützen und Verantwortung übernehmen. Dort, wo Menschen die Bedürfnisse anderer wahrnehmen und entsprechend handeln, wird Gottes Reich mitten unter uns sichtbar.
Text und Fotos: Laura Meemann
